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Pressemitteilung - 10. Juni 2010

Hochschulnachrichten: Gotthard Graubner wird 80 Jahre

Kommenden Sonntag feiert Gotthard Graubner seinen 80-jährigen Geburtstag.
Der im Jahr 1930 geborene Künstler war von 1976 bis 1996 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Wintersemester 2009/2010 wurde er zum Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf ernannt.

Gotthard Graubner war Schüler von Georg Meistermann, bis dieser im Jahr 1959 nach Karlsruhe berufen wurde, so dass Graubner für einige Zeit in die Klasse von Karl Otto Götz kam. Kurz darauf machte er den Akademieabschluss. Ähnlich wie Raimund Girke, der andere bekannte Meistermann-Schüler, wählt Graubner einen malerischen Weg, der alles Gegenständliche ausschließt und sich einzig der Farbe als Materie und Stofflichkeit zuwendet. Graubners Malerei wird als fließende Farbmalerei und mit deren Ausdruckswerten durch Licht und Verdichtung von Energie beschrieben, die „Spirituelles sinnlich erfahrbar“ macht. Die „Trampoline des Lichts“, wie Graubner selbst seine Werke in der frühen Phase beschrieb, setzen sich malerisch auch mit Geschichte der Farbe und des Lichts innerhalb der Kunsthistorie auseinander.

Maler, wie Turner, Giotto, Tizian, Rembrandt, Constable, Courbet oder Monet nennt er als Vorbilder seiner stofflichen Bilder, wobei ihn vor allem jedoch die Farbkompositionen interessieren, die er als Farbmotive der ihm wichtigen Werke isoliert, koloristisch analysiert, zitiert und auf sein Werk zu überführen weiß. Seine Arbeiten entstehen, flach auf den Atelierboden gelegt und mit vielen Schichten von Ölfarben unter Verwendung von Lösungsmitteln getränkt, in kreisenden gestischen Bewegungen, wobei der Maler den liegenden Bildträger immer wieder umrundet und mit langstieligen Besen bearbeitet.

Der Maler lebt seit den 80er-Jahren auf dem Gelände der Insel Hombroich als Maler der ersten Stunde, der zusammen mit Karl-Heinz Müller, dem Initiator der Insel, und Erwin Heerich, dem Erbauer der Ausstellungspavillons, maßgeblich an der Realisierung des Experiments Natur und Kunst beteiligt war. So wirken seine Arbeiten in Heerichs geometrischen Pavillons auch auf eine meditative Weise, die die umgebende Natur der Gartenanlage mitzudenken scheint.