Pressemitteilung - 24. Februar 2011

Projekte: Die Großskulptur „Mae West“ von Professorin Rita McBride für den Münchener Effnerplatz wurde am 31. Januar 2011 fertig installiert

Die Amerikanerin Rita McBride hatte, bevor sie 2003 an die Kunstakademie Düsseldorf kam, von 1999 bis 2000 eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in München.
Zwei Jahre später, kurz vor ihrer Berufung nach Düsseldorf, gewann sie den Wettbewerb für die Errichtung einer Großskulptur auf dem Münchner Effnerplatz sowie dessen künstlerische Umgestaltung. Mae West nennt die Künstlerin die Skulptur, die als „Abstraktion einer taillierten weiblichen Silhouette in der geometrischen Form eines Rotationshyperboloids“ verstanden werden soll. Die Skulptur richtet sich in der Pose einer Tänzerin mit weitem drehenden Rock in gekreuzten Stahlstangen zum Himmel empor. Zentral angelegt nimmt die Skulptur den Rhythmus des Verkehrs auf und scheint kokett auf ihn einzugehen – wie eine tanzende Spirale, die alle Aufmerksamkeit auf sich richtet.
Nach kontrovers geführten Protesten kam die Realisierung am 31. Januar 2011 nun nach 9 Jahren zum Abschluß. Die Skulptur, gefertigt aus Carbon, ist mit einer Höhe von 52 Metern und einem Gewicht von 57 Tonnen die größte Skulptur im öffentlichen Raum in Deutschland.
Auf YouTube sind die Arbeiten an der Skulptur filmisch dokumentiert worden.

Ein Animations-Film, den Rita McBride im Jahr 2007 zur Erläuterung des Projektes realisierte, zeigt, wie Mae West, die Großskulptur, sich aus dem Motiv der drehenden Röcke der Mae West, der amerikanischen Schauspielerin der 30er-Jahreund „femme fatale“ entwickelte und deren erotische Ausstrahlung spielerisch thematisiert.
McBride knüpft bei der Gestaltung des Platzes an eine Intention an, die sich durch ihr gesamtes künstlerisches Werk zieht: das Objekt und seine Situation wie auf einer Bühne zu präsentieren und durch Texte und Performances als Realität und Fiktion wahrzunehmen. Unter diesen Voraussetzungen sind McBrides Gedanken zum Raum eng mit dem amerikanischen Minimalismus verknüpft, der die Arrangements wie auf einer Theaterbühne inszeniert. Auch die Verwendung der Materialen und die Bearbeitung der Objekte lassen deren Ursprung erkennen.