Pressemitteilung Nr. 4 - WS 2012/2013

SAVE THE DATE - SAVE THE DATE - SAVE THE DATE

KONZERT: John Cage spielt mit der Welt – Spiel mit! Wandelkonzert der Kunstakademie Düsseldorf im Rahmen der Konzerte zu John Cages 100. Geburtstag der Tonhalle Düsseldorf

Mit insgesamt sieben Konzerten zollt die Tonhalle Düsseldorf einem der einflussreichsten Komponisten der Musikgeschichte Tribut: John Cage, der am 5. September 2012 einhundert Jahre alt geworden wäre.

John Cage, Sohn eines experimentierfreudigen Erfinders, der stets das „Unmögliche“ zu tun gedachte, sollte das musikalische Denken des 20. Jahrhunderts komplett auf den Kopf stellen. Sein Lehrer Arnold Schönberg hatte ihm nach einiger Zeit empfohlen, das Komponieren aufzugeben, da Cages mangelnder Sinn für Harmonik und Akkordik ihn stets „gegen die Wand“ laufen lassen würde. Cages Kommentar: „Dann werde ich mit dem Kopf gegen diese Wand schlagen.“ Schließlich ging er weit darüber hinaus: Dank Cage haben sich jene Wände und Mauern, die die Musik umgeben haben, einfach aufgelöst. Klänge, Geräusche, Töne erhalten durch ihn wieder ihre einzigartige Existenzberechtigung. Mehr als das: Cage ist ein wahrhaft „ökologischer“ Komponist – in der Ausschaltung des eigenen Ichs, der eigenen Wünsche und der Hinwendung zur Natur, auch zur Natur der Klänge. Sein berühmtestes Werk, 4’33’, mit seinen drei tacet-Sätzen, ist eben nicht die Verweigerung der Musik, sondern das genaue Gegenteil: die Entdeckung der Musik in uns und um uns.

Das Wandelkonzert „flüssig“ in der Reihe „Imaginary Landscapes“ findet am 3. November 2012, um 20 Uhr,  in der Kunstakademie Düsseldorf statt. Konzeption: Roland Techet, Gerhard Stäbler & Kunsu Shim. Es kostet 15,-- Euro.

Allgemeine Informationen zu Imaginary Landscapes

1. Imaginary Landscapes

Drei Konzerte zum Cage-Jahr im Herbst 2012

Konzeption: Roland Techet, Gerhard Stäbler & Kunsu Shim

Dramaturgie und Projektleitung: Elisabeth von Leliwa

Gerhard Stäbler, Roland Techet und Kunsu Shim sind die Kuratoren und Leiter der drei Konzerte „Imaginary Landscapes“, die nach Cages bahnbrechenden elektronischen Arbeiten ab den 1940er Jahren benannt sind. Zwei Ensemblekonzerte führen am 21.10. (unter dem Titel „fest“) und am 24.11. („flüssig“) in den Robert-Schumann-Saal, ein drittes Wandelkonzert am 03.11. („amorph“) in die Kunstakademie Düsseldorf. Alle drei Künstler reagieren dabei auch in eigenen Uraufführungen auf die Impulse, die John Cage ihrem musikalischen Denken gegeben hat.

Der koreanische Komponist Kunsu Shim formuliert das so:

Wir sind jetzt wie in einem offenen Meer von Klanglichkeit. Nach Cage ist alles Musik. Sicherlich ist damit aber nicht gemeint, dass dieses Chaos an sich Musik ist, sondern dass wir bereit sein sollten, dieses als Musik wahrzunehmen. Es ist eine große Kehrtwende der Bedeutung von Musik bzw. Kunst. Im übertragenen Sinne heißt dies eigentlich, wir selbst sollten Musik sein. Musik kann uns ändern, indem wir die Welt unbefangen und frei wahrzunehmen vermögen. Und diese Änderung sollte Freude sein, die uns Menschen ohne Zweck verbindet. Dies ist die Botschaft seiner Musik, und ich bin von dieser Auffassung des Schaffens der Kunst sehr fasziniert. Unser Projekt „Imaginary Landscapes“ will eine Möglichkeit bieten, uns ins offene Meer zu werfen, in dem wir und Musik keine getrennten zwei Welten sind. 

Als musikalische Mitwirkende konnten so herausragende Gäste wie das Ensemble musikFabrik, die Vokalisten Isabeella Bäumer und Martin Lindsay, der Komponist und Cage-Kenner Dieter Schnebel oder die Sopranistin Alexandra von der Weth gewonnen werden. Besonders wichtig erschien den Kuratoren aber auch die Zusammenarbeit mit Studenten der Robert Schumann Hochschule und der Kunstakademie Düsseldorf, um auch eine neue Generation von Künstlern und Musikern mit der Ästhetik John Cages vertraut zu machen.

Die verschiedenen Perspektiven, die diese drei Konzerte auf Werk und Wirkung John Cages werfen sollen, beschreibt Gerhard Stäbler so:

Imaginary Landscapes" beleuchtet verschiedenste Facetten des Cage’schen Schaffens, vor allem diejenigen, die dem Komponieren im 20. Jahrhundert neue Wendungen brachten. Wir  unterstreichen dabei Linien zu anderen Komponisten und Künstlern, die Ähnliches bearbeiteten, wie z.B. Dieter Schnebel, Earle Brown, Christian Wolff, Josef A. Riedl, Sylvano Bussotti oder George Brecht.

Bei den Titeln „fest“, „flüssig“ und „amorph“ geht es um die drei Konzerte von „Imaginary Landscapes“, die verschiedene Aggregatzustände mit verschiedener Musik zu „halten“ versuchen, wohl wissend, dass mit der Benennung alles schon wieder im Fluss ist. 

I      „fest“ – konzentriert sich in erster Linie auf die verschiedenen „Wurzeln“ des Cage'schen Schaffens und bringt von Cage selbst ein ziemlich „solides“ Werk, die drei Kompositionen für Schlagzeugorchester „construction in metal“. 

II    „flüssig“ – bringt das Programm „in Fluss“, in dem es in der Kunstakademie Düsseldorf auf Visuelles trifft und zahlreiche Räume bespielt. Die Kompositionen des Abends loten vorwiegend verschiedenste Aspekte von Freiheit im Umgang mit dem musikalischen Material aus und bringen die Grenzen zwischen den Kompositionen ins Wanken, indem sie sich teilweise überlappen oder sogar gleichzeitig erklingen.

III „amorph“ – Das Programm ist die Landschaft des Zufalls, das Noch-nicht-zur-Gestalt-Gewordene bzw. das in Gestalt gegossene „zufällig“ Zusammengestellte.

Eingeleitet werden die drei Konzerte jeweils – anstelle der sonst in der Tonhallen-Reihe „Supernova“ gewohnten Konzerteinführungen im „SpaceWalk“ – durch Klanginstallationen und Performances.

Über die Veröffentlichung der Pressemitteilung als SAVE THE DATE freuen wir uns und bitten um ein Belegexemplar.

Kontakt:                                                                                        

Kunstakademie Düsseldorf                                  

Dr. Vanessa Sondermann                                   

Öffentlichkeitsarbeit          

Raum 001.1                                

Eiskellerstr. 1                                                   

40213 Düsseldorf                                              

Tel: 0211-1396-405    

Fax: 0211- 1396-225                                 

Email: vanessa.sondermann@kunstakademie-duesseldorf.de