Presseinformation Nr. 5 SS 2017

Hochschulnachrichten: Die Kunstakademie Düsseldorf trauert um K.O. Götz

Düsseldorf, 23.08.2017

Die Kunstakademie Düsseldorf trauert um K.O. Götz (Aachen 1914-Wolfenacker 2017). Die Kunstwelt verliert mit ihm einen herausragenden Maler, der das Informel der Nachkriegsabstraktion mit der Idee der Formauflösung radikalisierte, das einzige deutsche Mitglied der COBRA-Gruppe und der Anfänge des Situationismus war und dieses Werk bis in seine Relevanz im digitalen Zeitalter durchzog, die mit den triumphalen Ausstellungen zum 100. Geburtstag 2014 zum Ausdruck kam.

K.O. Götz nahm 1959 widerstrebend das Angebot einer Professur für Malerei an der Kunstakademie an. Es war die erste Berufung eines Vertreters der radikalen Nachkriegsmoderne an einer deutschen Akademie. Bis zu seiner Emeritierung 1976 führte er die Räume der Klasse von Paul Klee weiter, seines frühen Vorbilds, und versammelte binnen kurzer Zeit Studenten wie Gotthard Graubner, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Rissa und Franz-Erhard Walther. Nebenbei gab er Nam June Paik entscheidende Anregungen für die Geburt der Videokunst und der Fluxus-Bewegung. Seine Klasse schrieb wie keine andere Kunstgeschichte und brachte die deutsche Gegenwartskunst und die Kunstakademie Düsseldorf wieder in eine gleichrangige internationale Beachtung. Mit den von ihm betriebenen Berufungen von Gerhard Hoehme (1960) und Rupprecht Geiger (1965) spielte er auch eine eminente Rolle in der Stabilisierung der Tradition einer experimentellen Moderne an der Kunstakademie. Daneben entwickelte er ein wissenschaftliches Werk ersten Ranges in der Informationstheorie und der empirischen Wahrnehmungs- und Persönlichkeitspsychologie. In beiden Werkbereichen betrieb er seit 1960 mit Rissa eine beispielhafte Künstler- und Lebensgemeinschaft.

1935 suchte der damalige Autodidakt in Aachen sich vor der Verfolgung zu schützen, indem er einen Antrag auf Aufnahme in die Reichskulturkammer stellte. Da er irrtümlich ein ungegenständliches Blatt mitsandte, erhielt er stattdessen Mal- und Ausstellungsverbot. K.O. Götz war der letzte bedeutende Maler der Moderne, der dies noch ertragen musste. Das Büro der Reichskulturkammer, in dem die Verbotsurkunde unterzeichnet wurde, befand sich im Gebäude der Kunstakademie Düsseldorf.

Die Kunstakademie drückt seiner Malerkollegin und Ehefrau Rissa das tiefste Beileid aus. Rissa hat von 1969 bis 2007 das Haus gleichfalls mitbestimmt, zuletzt als Prorektorin. K.O. Götz ist – wie sie auch - seit langen Jahren Ehrenmitglied unseres Hauses. Beide sind damit ewige Kollegen.

Die Kunstakademie Düsseldorf wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Über die Veröffentlichung der Pressemitteilung freuen wir uns und bitten um ein Belegexemplar.

Kontakt:

Kunstakademie Düsseldorf

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