Pressemitteilung - 18. November 2010

Ausstellung: Die Klassen Prof. Max Dudler und Hubert Kiecol der Kunstakademie Düsseldorf zeigen Entwürfe zur Umgestaltung der Kirche St. Aloysius/Leverkusen in der Kunststation Sankt Peter in Köln vom 23.-27. November 2010

"Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu schmücken war einst die vornehmste Aufgabe der bildenden Künste, sie waren unablösliche Bestandteile der großen Baukunst."
Die Idee der gotischen Bauhütte als Ort der Einheit von Handwerk und Künsten wendet Walter Gropius zum Idealbild einer gesamtheitlichen Auffassung von Baukunst. Davon zeugen diese ersten Worte seines 1918 erschienenen Bauhausmanifests. Die Krise der Einheit der Künste, der die Krise der Deutungskompetenz von Religion vorausgeht, bildet den Hintergrund der Gründung des Bauhauses. Gropius Versuch eine neue Einheit der Künste auf der Grundlage des Gestus ihrer „Wissenschaftlichkeit“ zu vollziehen gründete zugleich auf der gewaltsamen Negation des Mystisch/Religiösen und der Geschichte. Mit dem Scheitern der Bauhausidee lebt die Krise der künstlerischen Einheit fort. Sie ist als heutige Frage auch unsere Aufgabe. Eine Beschäftigung mit dem Verhältnis der Künste untereinander dient deswegen immer der Selbstvergegenwärtigung der eigenen Position als Gestalter. Die Neugotische St. Aloysius-Kapelle in Leverkusen-Opladen, die durch das Erzbistum Köln zur Jugendkirche umgewidmet werden soll, stellt in diesem Sinne für die Studenten - Architekten und Künstler der Klasse Dudler und der Klasse Kiecol - das fragile Untersuchungsfeld eines möglichen Zusammenspiels der Künste dar. Gerade der Sakralbau konfrontiert mit dem Ursprung unserer Kunst. Denn der Sakralbau, sagt Rudolf Schwarz, ’’steht an der Grenze, und es schien [ihm], daß erst in der Situation vor der Schwelle, wo sie nichts mehr vor sich hat, was sie als Zweck oder Dienst beanspruchen könnte, Architektur ganz sie selbst werde.’’. (Text: Max Dudler)

Zur Ausstellung
Die Ergebnisse der angehenden Architekten und Künstler, ihrer Konfrontation mit der Aufgabe einen sakralen Raum in historisch gewachsener Situation zu schaffen, zeigen eindrücklich, wie vielgestaltig sich das Zusammenspiel der Künste heute entfaltet.
Die Ausstellung findet vom 23.-27. November 2010 von 11-17 Uhr
auf der nördlichen Empore von Sankt Peter,
Leonard-Tietz-Strasse 6
in 50676 Köln statt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Die Einladung als PDF-Dokument steht Ihnen hier zur Verfügung.

Vorderseite der Einladungskarte mit einem Entwurf von Pablo Ojeda (Klasse Prof. Max Dudler)